Silybum marianum
Medizinisch verwendet wird das aus den frischen Blüten gewonnene Johannisöl und die kurz vor der Blüte geernteten und getrockneten Zweigspitzen (Kraut). Die leuchtend goldgelben Blüten von Johanniskraut enthalten wertvolle Stoffe, die seit über 2000 Jahren zum Wohle des Menschen eingesetzt werden. Das durch Ausziehen der Blüten mit fetten Ölen (Oliven-, Sonnenblumen- oder Weizenkeimöl) gewonnene Johannisöl (Rotöl) wird traditionell äußerlich zur Behandlung von Wunden, leichten Verbrennungen. Hautentzündungen und stumpfen Verletzungen verwendet. Innerlich genommen soll es bei Verdauungsbeschwerden helfen.
Die Mariendistel war im Altertum hauptsächlich
als Gemüse bekannt und spielte als Arzneipflanze nur eine
untergeordnete Rolle. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte
man die Wirkung auf die Leber, die durch umfangreiche wissenschaftliche
Untersuchungen im 20. Jahrhundert bestätigt wurde.
Der Wirkstoffkomplex Silymarin aus den Mariendistelfrüchten
- schützt die Leberzellen,
- steigert die Regenerationsfähigkeit der Leberzellen und
- fördert das Gesunden des Lebergewebes.
Arzneimittel mit Mariendistelfrüchteextrakt unterstützend
eingesetzt zur Behandlung chronisch entzündlicher Lebererkrankungen,
Leberzirrhose oder durch Lebergifte, wie z.B. Alkohol, hervorgerufene
Erkrankungen.
Bei Ansprechen der Therapie bessert sich das
Allgemeinbefinden und die Leistungsfähigkeit nimmt wieder
zu. Der Appetit kommt wieder und Verdauungsprobleme lassen
nach. Die Wirksamkeit des Silymarins konnte in verschiedenen
klinischen Studien nachgewiesen werden.
Silymarin wird durch lipophile Extraktionsmittel aus den Fruchtschale
der Mariendistelsamen extrahiert, in Teezubereitungen ist dagegen
kaum Silymarin enthalten. Volksmedizinisch wird Mariendistel
bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
Unverwechselbar sind die weiß-grün-marmorierten Blätter, die mit kräftig gelben Dornen besetzt sind. Der schöne rotviolette Blütenkopf mit dem fleischigen Blütenboden (einer Artischocke ähnlich) erhebt sich bis zu 2 m Höhe. Mariendistel ist dekorativ, pflegeleicht und eignet sich als sommerliche Mehrzweckhecke gegen Wind und Eindringlinge jeder Art.
Die jungen Blätter lassen sich als Gemüse zubereiten:
Blätter kleinzupfen, in Olivenöl kurz andünsten,
mit Gemüsebrühe ablöschen, mit Salz, Zitrone
und Muskat abschmecken. Mitgedünstete Sonnenblumenkerne
schmecken fein dazu.
Früher wurden auch die Wurzeln gerne gegessen. Sie schmecken
nach Artischocke und lassen sich wie Schwarzwurzeln zubereiten:
putzen, schälen, in Stücke schneiden und 20 Min.
in Gemüsebrühe köcheln. Eine Käse-, Nuss-
oder Zitronensoße passt wunderbar dazu.
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