Januar

Łącka Düne bei Łeba an der polnischen Ostseeküste

Łeba (Leba) ist der nördlichste Seehafen Pommerns. Von dort aus fährt man am besten mit dem Fahrrad  die 9 km  über Rąbka zur Łacka Gora, einer riesigen Sanddüne im Słowiński-Nationalpark, die eine Höhe von immerhin 42 m erreicht. Den durchaus anstrengenden Aufstieg darf man sich keinesfalls entgehen lassen. Oben angekommen eröffnet sich ein atemberaubendes Panorama. Tief unten liegt die dunkelblaue Ostsee, im Rücken der Lebasee und überall weht weißer Sand über die Kuppen. Die Lonsker Düne ist eine Wanderdüne, die sich im Jahr ca. 10 m in östliche Richtung bewegt. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, die Wanderung zu stoppen.

Februar

Galindia - Mazurski Eden, gelegen am Beldany-See

Folgt man in Iznota, einem kleinen Dorf am Flüsschen Krutynia, den Hinweisschildern nach Galindia, steht man nach einigen Kilometern  urplötzlich vor finster dreinblickenden Kriegern aus Holz. Auf diesem Stück Land sollen in der Pruzzenzeit die Galinder gelebt haben. Cezary Kubacki, Arzt und Psychotherapeut, hat sich hier seinen eigenen Garten Eden geschaffen. Am Ufer des Beldany-Sees befinden sich neben einem Hotel und einem Campingplatz viele von Kubacki selbst geschaffene Holzplastiken. Sie alle sollen mit der Welt der Galinder zu tun haben, einem Stamm der Pruzzen.  So nannte man den baltischen Volksstamm, auf den der geografische Name Preußen zurückgehen soll.

März

Nikolaus Kopernikus, Neffe und Pflegesohn des ermländischen Bischofs Lukas Watzenrode

Nikolaus Kopernikus ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Ermlandes. Er wirkte vom Jahre 1503 an in den drei Kopernikus-Städten Lidzbark Warmiński (Heilsberg), Olsztyn (Allenstein) und Frombork (Frauenburg). Das Denkmal auf dem Foto befindet sich vor dem Burgtor der Burg Olsztyn. In der Burg selbst befindet sich die Kopernikus-Ausstellung des Muzeum Warmii i Mazur. Kopernikus residierte von 1516-1519 als Landprobst in Allenstein und betrieb hier seine Forschungen zur Tag- und Nachtgleiche. Die auf dem Putz des Kreuzgangs der Burg gemalte astronomische Tafel zur Berechnung des Aequinoctiums ist bis heute erhalten geblieben, darf aber leider aus Gründen des Denkmalschutzes nicht fotografiert werden.

April

Evangelische Kirche in Sorkwity (Sorquitten)

Die Kirche wurde 1470 erstmals erwähnt und erhielt ihre heutige Form als Barockkirche im Jahr 1754. Höhepunkt der Besichtigung ist neben dem schwebenden Taufengel der hölzerne Spätrenaissancealtar aus dem Jahr 1623. Die Bekrönung des Altaraufsatzes zeigt die Himmelfahrt Christi. Wie bei einer Momentaufnahme ragen nur noch die Beine von Jesus herab ins Diesseits.

Mai

Die Verehrung von Papst Johannes Paul II. ist überall zu spüren

Die Verbindung der Polen zur katholischen Kirche ist hinlänglich bekannt. Kein kirchlicher Würdenträger erfährt soviel Verehrung in Polen wie der am 2. April 2005 verstorbene Papst Johannes Paul II., bislang einziger slawischer Papst. Diese Verehrung ist allgegenwärtig. Das Foto zeigt einen Teil einer Stätte für Waldgottesdienste zwischen Wierzba und Popielno am Beldany-See.

Juni

Historisches Wandbild aus der Marienburg

Dieses gut erhaltene Wandbild zeigt den heiligen Johannes mit Diabolus, dem Teufel. Näheres ist uns zu diesem Wandbild leider nicht bekannt. Nur so viel sei zu Johannes dem Täufer gesagt, das sein Hinweisen auf den Erlöser wohl der Grund ist, dass das alte keltische Sonnenwendfest, der Tag des Sieges der Sonne und des Lichtes über Dunkelheit und Tod, auch als Johannistag bezeichnet wird. Dem Johanniskraut, das um diese Jahreszeit blüht, schrieb man u.a. Abwehreigenschaften gegen Geister und Teufel zu.

Juli

Die wildromantische Krutynia

Eine Paddeltour auf der Krutynia ist eines der absoluten Highlights einer Reise in Polens Norden. Die Polen selbst bezeichnen die Krutynia-Route als Europas schönste Paddeltour. Hinter jeder Kurve entdeckt man eine neue Landschaft, vorbei an weiten Wiesen und kleinen Dörfern, schilfbestandenen Ufern und Abschnitten, die einem naturbelassenen Urwald gleichen. Die Ruhe, abgesehen mal von den Touristen, ist überwältigend, das sich-einfach-treiben-lassen erholsam. Die Krutynia selbst fließt so schnell, dass sie im Winter nicht zufriert und ihr Wasser ist so klar, dass man die Kieselsteine auf dem Grund zählen kann.

August


Malbork – Die Marienburg

Die Marienburg ist der größte Backsteinbau Europas und nach dem Prager Hradschin und dem Moskauer Kreml die drittgrößte Burganlage Europas. Erbaut wurde die Marienburg ab dem Jahre 1270. Von 1309 an, als Siegfried von Feuchtwangen den Hochmeistersitz des Deutschen Ordens nach Marienburg verlegte, war sie somit für 147 Jahre lang so etwas wie der Regierungssitz des Deutschordensstaates. Keinesfalls entgehen lassen sollte man sich eine Führung durch die Burg in deutscher Sprache. In den ca. 3,5 Stunden wird man umfassend über die deutsch-polnische Geschichte und den Deutschen Orden informiert. Besonders sehenswert ist die in der Burg untergebrachte Bernsteinsammlung.

September

Der Elbląg-Ostróda-Kanal

Früher Oberlandkanal genannt, überwindet der Kanal auf seinem 48 km langen Weg zwischen Elbląg (Elbing) und Ilawa einen Höhenunterschied von 104 m. Dies geschieht mittels zweier Schleusen und fünf geneigter Ebenen. Geplant und erbaut wurde dieses europaweit einmalige technische Baudenkmal vom Königsberger Baurat Steenke. Interessant sind vor allem die fünf geneigten Ebenen, auch Rollberge genannt. Auf Wagen, die auf Schienen laufen, werden die Schiffe ausschließlich mit Hilfe von Wasserkraft über Land gezogen. Wie es scheint, war also auch Mitte des vorigen Jahrhunderts Energie sparen schon ein Thema.

Oktober

Polnische Handwerkskunst

Die Polen werden gemeinhin mit dem auf den zahlreichen grenznahen Polenmärkten feilgebotenen Kitsch in Verbindung gebracht. Völlig zu Unrecht, wenn man sich im Landesinneren etwas genauer umsieht. Diese wunderschönen handgeschnitzten und handbemalten Holzfiguren haben wir in einer der sehenswerten Gassen von Gdańsk (Danzig) gefunden.

November

Bockwindmühle zwischen Poznań (Posen) und Gniezno (Gnesen)

Die Bockwindmühle ist der älteste Windmühlentyp Europas. Verbreitet ist sie vor allem im Norden Europas bis hin zum Baltikum. Da sie komplett aus Holz gebaut ist, lässt sich eine Bockwindmühle abbauen und an einen anderen Ort versetzen. So wurde es auch mit den drei Bockwindmühlen gehandhabt, die wir auf dem Weg von Poznań Richtung Gniezno entdeckt haben.

Dezember

Traditionelles Bauernhaus (17. Jahrhundert) aus dem Dorf Biskupin

Biskupin liegt auf halbem Weg zwischen Gniezno (Gnesen), der ersten Hauptstadt Polens und Bydgoszcz (Bromberg). Hier entdeckte im Jahr 1933 der Lehrer Walenty Schwajcer eine Siedlung aus längst vergangener Zeit. Ausgrabungen brachten auf einem  ca. 21 ha großen Gelände menschliche Zeugnisse aus der älteren Steinzeit (1000 v. Chr.) bis aus dem frühen Mittelalter
(12. Jh.) zutage. Auf etwa 2 ha entdeckte man eine vor 2500 Jahren entstandene Siedlung der Lausitzer Kultur. Die Wehrsiedlung war mit Wällen aus Holz umschlossen, in deren Innerem etwa 100 Häuser standen.


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